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!!! Die Vorlesungsreihe der Stiftungsprofessur 2020 muss leider aufgrund der COVID-19-Pandemie ausfallen !!!

Bundespräsident a.D. Joachim Gauck (Foto/Copyright J.Denzel-S.Kugler.)
Theologe, Politiker und Publizist: Bundespräsident a. D. Joachim Gauck ist der Inhaber der Johannes Gutenberg-Stiftungsprofessur im Jahr 2020. Als Pastor leitete er 1989 die Friedensgebete;  er war Sprecher der Bürgerbewegung Neues Forum in Rostock und 1990 Abgeordneter der ersten frei gewählten Volkskammer; ein Jahrzehnt war er Bundesbeauftragter für die Unterlagen des Staatssicherheits­dienstes der ehemaligen DDR. Am 18. März 2012 wurde Joachim Gauck von der Bundesversammlung zum elften Präsidenten der Bundesrepublik Deutschland gewählt. Seit 2017 ist er Ehrenvorsitzender der Vereinigung „Gegen Vergessen – Für Demokratie e. V.“ Joachim Gauck hat durch seine Leistungen um die Demokratie und das Eintreten für Toleranz, für Freiheit und für die Verantwortung, die Freiheit mit sich bringt, Deutschland und die gesellschaftlichen Debatten bis heute entscheidend mitgeprägt.

Die Vorlesungsreihe seiner Stiftungsprofessur im Sommersemester 2020 stellt Joachim Gauck unter den Titel „Demokratie in Frage“. Es ist die Frage nach der Zukunft des westlichen Modells der liberalen Demokratie: Hatte man mit dem Ende des Kalten Krieges erwartet, die westliche Ordnung von Demokratie, Freiheit und Marktwirtschaft werde sich weltweit durchsetzen, so weisen die Entwicklungen des frühen 21. Jahrhunderts in eine andere Richtung. Das Modell der liberalen Demokratie ist in die Krise geraten und wird von populistischen Bewegungen und autoritären Staats- und Regierungsformen bedrängt. Digitalisierung und Klimawandel stellen zudem die überkommenen repräsentativen Demokratien vor ganz neue, übergreifende Probleme. Daher befasst sich „Demokratie in Frage“ damit, ob das westliche Modell der liberalen Demokratie auch im 21. Jahrhundert zukunftsfähig ist und wie es sich verändern muss. Joachim Gauck und renommierte Gäste werden diese Frage dienstagabends auf dem Campus der Johannes Gutenberg-Universität verfolgen und diskutieren.

Mit seinen zukunftsweisenden Forschungen zum Riechen und zur Duftwahrnehmung und mit seinem hohen Engagement für die deutschen Akademien wirkt er in Wissenschaft und Gesellschaft: Hanns Hatt ist der Inhaber der "Johannes Gutenberg-Stiftungsprofessur" im Jahr 2019. Der Biologe und Mediziner lehrt und forscht als Zellphysiologe an der Ruhr-Universität Bochum. Er zählt insbesondere durch seine Forschungen über die Struktur und Funktion von Riechrezeptorproteinen zu den international anerkanntesten Wissenschaftlern seines Fachs. Der Schwerpunkt seiner wissenschaftlichen Arbeiten liegt in der Erforschung der molekularen und zellulären Sinnesphysiologie und Geruchsforschung, vor allem der menschlichen Duftwahrnehmung. Er ist seit 2015 Präsident der Union der deutschen Akademien der Wissenschaften und hat sich nicht nur um die Wissenschaftsorganisation, sondern auch um die Wissenschaftskommunikation sehr verdient gemacht. Der Communicator-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft und des Stifterverbandes sowie seine Bücher und Beiträge für ein breites Publikum sind Zeichen seiner Intention, komplexe wissenschaftliche Sachverhalte auch für die Öffentlichkeit verständlich zu machen. ...

Im Sommersemester 2019 vermittelt Hanns Hatt das Thema "Die Macht der Düfte: Alles über das Riechen und wie es unser Leben bestimmt" auf dem Campus der Johannes Gutenberg-Universität Mainz einem breiten Publikum. Er erläutert nicht nur das "Wunderwerk Nase", sondern auch wie die Duftinformationen ins Gehirn gelangen und dort verarbeitet werden. Pheromone, chemische Botenstoffe mit Signalcharakter zur Informationsübertragung, steuern auch soziale Kontakte und Sexualverhalten des Menschen. Dass man mit Düften verführen kann, wird nicht nur heute im Marketing gezielt eingesetzt. Ein Blick auf die Kulturgeschichte von Duft und Parfum zeigt vielfältige Verwendungsmöglichkeiten. Ein Verlust der Fähigkeiten zu Riechen und zu Schmecken führt zu erheblichen Einschränkungen. Kann man zukünftig Nasen künstlich entwickeln, Duftsensoren zur Personenerkennung einsetzen, Düfte digitalisieren? Die "Macht der Düfte" diskutiert Hanns Hatt gemeinsam mit renommierten Gästen in seiner Vorlesungsreihe an zehn Dienstagabenden. ...


Copyright Stefan F. Sämmer

Mit seinen interdisziplinären Publikationen und intellektuellen Beiträgen wirkt er seit Jahrzehnten in Wissenschaft und Gesellschaft: Prof. Dr. Herfried Münkler ist der Inhaber der "Johannes Gutenberg-Stiftungsprofessur" im Jahr 2018. Der Berliner Professor für Politikwissenschaft, der den Lehrstuhl für Theorie der Politik an der Humboldt-Universität zu Berlin innehat, gehört zu den renommiertesten Wissenschaftlern seines Fachs in Deutschland. Einige seiner zahlreichen Veröffentlichungen wie "Die Deutschen und ihre Mythen" (2009), ausgezeichnet mit dem Preis der Leipziger Buchmesse, oder "Der große Krieg. Die Welt 1914 bis 1918" (2013), für das er den Friedrich-Schiedel-Literaturpreis erhielt, gelten nicht nur als Standardwerke in der Wissenschaft, sondern erreichen auch ein breites Publikum. ...

In seiner Veranstaltungsreihe im Sommersemester 2018 auf dem Gutenberg-Campus wird Herfried Münkler eine Brücke von der Politikwissenschaft über die politische Philosophie hin zur Geschichtswissenschaft schlagen. Unter dem Titel "Das politische Denken. Politische Ideengeschichte und die großen Herausforderungen unserer Gegenwart in zehn Erkundungsschritten" sollen zentrale Themen und Stationen des Nachdenkens und Vordenkens über das Politische beschrieben werden – keineswegs nur in historischer Absicht, sondern auch mit dem Ziel, daraus Fingerzeige und Hinweise für den Umgang mit gegenwärtigen Herausforderungen zu gewinnen. Gemeinsam mit renommierten Gästen wird sich Herfried Münkler mit Fragen nach dem Staat und seiner Räson, Imperien und ihrem Anspruch auf Weltherrschaft, nach Tyrannis und Diktatur, Krieg und neuen Kriegen und nicht zuletzt nach der ordnungsstiftenden Kraft der Verfassung auseinandersetzen. ...