Stiftungsprofessoren 2015: Prof. Dr. Dr. h.c. Aleida Assmann und Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Jan Assmann

 


(Copyright Jan und Aleida Assmann)

 

Aleida Assmann und Jan Assmann prägten den Begriff des "Kulturellen Gedächtnisses", der zu einem Leitbegriff der Kulturwissenschaften wurde. Die Literaturwissenschaftlerin und der Ägyptologe haben die Verbindung von Kultur und Gedächtnis systematisch und theoretisch fundiert aufgezeigt und Phänomene wie Erinnerungskulturen und Erinnerungsräume veranschaulicht. Mit ihrem innovativen Konzept der Gedächtnisforschung, das sich durch hohe Anschlussfähigkeit an verschiedenste Fächer und Methoden auszeichnet, haben die beiden Konstanzer Kulturwissenschaftler Zusammenhänge von kulturellem Gedächtnis, kollektiver Identität und politischer Legitimierung verdeutlich und ein überaus fruchtbares interdisziplinäres Forschungsfeld eröffnet

 

Jan Assmann

Studium der Ägyptologie, Gräzistik und klassischen Archäologie in Heidelberg, Göttingen, München und Paris; Promotion 1965, Habilitation 1971. Von 1976-2003 Lehrstuhl für Ägyptologie an der Universität Heidelberg, seit 2005 Honorarprofessor für Kulturwissenschaft und Religionstheorie an der Universität Konstanz.
Gastprofessuren an den Universitäten Paris, Jerusalem und in den USA. Mitglied mehrerer in- und ausländischer Akademien und Dr. h.c. der Universitäten Münster, Yale und Jerusalem; mehrere wissenschaftliche und literarische Preise.

Forschungsschwerpunkte: ägyptische Religion und Literatur in theoretischer und vergleichender Perspektive, Kulturtheorie (bes. das „kulturelle Gedächtnis“), allgemeine Religionswissenschaft (Polytheismus, Kosmotheismus und Monotheismus) sowie die Rezeption Ägyptens in der europäischen Geistesgeschichte.

Neuere Veröffentlichungen: Die Zauberflöte: Oper und Mysterium, München 2005; Thomas Mann und Ägypten. Mythos und Monotheismus in den Josephromanen, München 2006; L’Egypte ancienne – entre mémoire et science, Paris 2009; Religio Duplex. Ägyptische Mysterien und europäische Aufklärung, Berlin 2010; Anfang 2015 erscheint Exodus. Die Revolution der Alten Welt.

 

Aleida Assmann

Studium der Anglistik und Ägyptologie in Heidelberg und Tübingen; Promotion 1977, Habilitation 1992. Von 1993 – 2014 Lehrstuhl für Anglistik und Allgemeine Literaturwissenschaft an der Universität Konstanz.
Zahlreiche Fellowships (u.a. Wissenschaftskolleg zu Berlin, Aby-Warburg-Haus Hamburg) sowie Gastprofessuren an den Universitäten Rice, Princeton, Yale, Chicago und Wien. Mitglied mehrerer Akademien, Ehrendoktor der Universiät Oslo. Max Planck Forschungspreis 2009 und Heineken-Preis für Geschichte 2014.

Forschungsschwerpunkte: Individuelles und kulturelles Gedächtnis, Gewalt, Trauma und ihre Verarbeitung in der Geschichte, Struktur und Funktionen des Archivs, Formen des Vergessens.

Neuere Publikationen: Erinnerungsräume (4. Aufl. 2009), Der lange Schatten der Vergangenheit (2006), Einführung in die Kulturwissenschaft. Grundbegriffe, Themen, Fragestellungen (2006, 32011); Geschichte im Gedächtnis (2007); Das neue Unbehagen an der Erinnerungskultur (2013); Ist die Zeit aus den Fugen? Aufstieg und Niedergang des Zeitregimes der Moderne (2013).



(Copyright Jan und Aleida Assmann)