Vorlesungsreihe 2012: "Out of Africa: Zur Globalgeschichte des Homo sapiens"
Der Weg zum Homo sapiens und "Out of Africa" stehen im Mittelpunkt der Vorlesungsreihe, in der die Evolution des Menschen von seinen frühen Anfängen bis zur Gegenwart erörtert wird. Friedemann Schrenk, eine herausragende Forscherpersönlichkeit auf dem Gebiet der Paläoanthropologie, begreift die Geschichte des Homo sapiens im Sinne einer globalen Geschichte. Das dabei leitende paläoanthropologische Wissenskonzept der biokulturellen Evolution des Menschen wird er gemeinsam mit international renommierten Gästen erläutern und diskutieren. Im Jahr 1991 gelang Friedemann Schrenk in Malawi ein Sensationsfund – mit dem ältesten jemals gefundenen Unterkiefer der Gattung Mensch, circa 2,5 Millionen Jahre alt. Die Frage nach dem Ursprung und dem Ursprungsort des biologisch modernen Menschen richtet den Blick auf unsere gemeinsame Herkunft und ist nicht zuletzt ein Schlüssel zu unserem Selbstverständnis.
Die Vorlesungsreihe stellt die Evolution des Menschen von seinen frühen Anfängen bis zur Gegenwart dar, diskutiert sie vor dem Hintergrund der Wissenskonzepte, Methoden und Ideengeschichte der Paläoanthropologie und erörtert ihre wertebildende Bedeutung für die Gegenwart. Heute gilt Afrika als biologischer Ursprungsort der Menschen, die sich seit etwa zwei Millionen Jahren in mehreren "Wellen" über die Welt verbreitet haben. Auch die biologisch modernen Menschen entstanden – vor etwa 160.000 Jahren – in Afrika und besiedelten von dort aus die gesamte Erde.
Die Paläoanthropologie ist eine historische Wissenschaft, die mit naturwissenschaftlichen Methoden arbeitet. Dabei ist die Geschichte des Homo sapiens nur im Sinne einer vernetzten und globalen Geschichte zu begreifen. Das hier leitende paläoanthropologische Wissenskonzept der biokulturellen Evolution der Menschen wird in den Vorlesungen eingehend vorgestellt und erläutert. Es bewährt sich bei der Analyse der Entwicklung vom Ursprung der Vormenschen in Afrika bis zur weltweiten Verbreitung der modernen Menschen.
Die geographische Lokalisierung des Ursprungs von Homo sapiens war als identitätsstiftendes Element für moderne Gesellschaften sehr attraktiv und daher wissenschaftlich umkämpft. Mit dem "Out of Africa"-Konzept wird der Ursprung des modernen Menschen einem Kontinent zugeschrieben, der sich im Um- und Aufbruch befindet und für den die Grabungsfunde und ihre Interpretation durch die Wissenschaft eine besondere Rolle spielen. Der afrikanische Kontinent ist daher mehr als nur ein zentraler Forschungsort und Forschungsgegenstand: die Paläoanthropologie hat immer auch nach der Bedeutung zu fragen, welche die Funde und ihre Interpretation für Afrika besitzen. Während paläoanthropologische Wissenschaftskonzepte global verbindlich sind, spielen in der Umsetzung und Vermittlung von Forschung vielfach transnationale politische Verflechtungen eine Rolle. In den Vorlesungen Friedemann Schrenks und seiner Gastrednerinnen und Gastredner aus verschiedensten Fachdisziplinen wird nicht zuletzt aufgezeigt, welche intellektuellen und moralischen Wirkungen von der Globalgeschichte des Homo sapiens ausgehen können.
Die Vorlesungsreihe "Out of Africa: Zur Globalgeschichte des Homo sapiens" findet dienstags von 18.15 Uhr bis ca. 20.00 Uhr statt:
Voraussichtliche Termine:
Di, 24.04.12
Di, 08.05.12
Di, 15.05.12
Di, 22.05.12
Di, 29.05.12
Di, 05.06.12
Di, 12.06.12
Di, 19.06.12
Di, 26.06.12
Di, 03.07.12
Hörsaal RW 1, Neubau Recht und Wirtschaft, Jakob-Welderweg 9, auf dem Campus der Johannes Gutenberg-Universität Mainz